tageseindrüke

Corona & Co

Eigentlich wollten wir von Haidt nach Wien fahren. Dann hatten wir uns überlegt nach Mecklenburg-Vorpommern zu fahren. Anschließend stand mal der Nordseeradweg auf dem Programm. Jetzt ist es Lübeck und der Ostseeradweg geworden. Ihr merkt, wir sind hin und her gerissen. Aber das liegt nicht nur an unserer Unentschlossenheit, sondern an den völlig wirren und täglich ändernden Corona Vorschrift. 


Diesmal mit dem Auto

Dieses Mal starten wir erst mal mit dem Auto. Wir packen alles ein, laden alles auf, hoffen nix vergessen zu haben und fahren mit Auto, Anhänger und allem drum und dran von Haidt nach Lübeck. 


Lübeck

In Lübeck haben wir uns für eine Nacht im Park Hotel eingemietet! Ein kleines Hotel direkt an der Altstadt mit wahnsinnig freundlichem und hilfsbereitem Service!! Das Zimmer ist zudem wirklichklasse! Es ist herrlich, so perfekt in den Urlaub zu starten! 
Auf der Suche nach einem leckeren Abendessen und begeistert von dem Sonnenschein ziehen wir durch die Altstadt und deren Straßen und Gassen und genießen das Flair von draußen sitzenden Leuten, der Musik in den Straßen und den lachenden und ausgelassenen Leuten! 

Nach Monaten der Kontaktbeschränkung und des Kalt-trüben Wetters kommt uns das im ersten Moment fast etwas fremd vor ... aber man nimmt es schnell u d gerne auf und beginnt sofort zu genießen!! 

Tag 1

Von Lübeck gestartet sind wir über Travemünde zum Timmendorfer Strand und dann bis Scharbeutz gefahren! Für unsere Verhältnisse eine eher kurze Strecke mit nur 45 km! 
In Travemünde haben wir an die Ostsee gekommen und da war nicht mehr ans Weiterfahren zu denken! Die Kinder haben den Strand und das Meer gesehen und sind sofort drauf zugestürmt! 

Da das warme Wetter noch auf sich warten ließ hatte das Meer denke ich die gleiche Temperatur wie außen .... da hatte es 11 Grad! 

Den Kindern hat das aber nix ausgemacht! Nach Monaten ohne Schwimmkurs und Schwimmbad sind sie in das Meer gefitzt, als hätte es Badewannentemperatur! 
Nach Schwimmen, Planschen und im Sand buddeln sind wir dann doch noch weiter gekommen! Es geht ein schöner Weg oben an der Steilküste entlang! Immer wieder bietet sich ein herrlicher Blick aufs Meer,auf dem heute (Sonntag) verhältnismäßig viele Boote tuckern! 

Leider sind zu viele Menschen hier! Die Innenstädte quellen förmlich über und jedes noch so kleine Café ist über und über voll besetzt! Das ist nicht so schön und mit den Kindern gleich 2xnicht! 
In Scharbeutz suchen wir uns einen Platz für unser Nachtlager! Schnell merken wir, dass wir hier nicht die gewohnten Campingplätze vorfinden! Alles ist sehr eng und auch etwas lieblos angelegt! Auch den Mobilehome-Platz, den wir eigentlich für Silvester gebucht hatten, haben wir uns angeschaut! Insgeheim waren wir da dann sogar ein bisschen froh, dass wir wegen Corona nicht verreisen durften! Denn von Holland verwöhnt, hätte es uns hier glaube ich nicht so gut gefallen! 

Aber wir haben einen Platz für unser Zelt heute Nacht gefunden und sind dann beim Gosch lecker essen gegangen! Das war sehr schön! Auf dem Steeg haben wir dann sogar noch gesehen, wie ein Angler einen Dorsch gefangen hat!

Da es Abends doch sehr schnell ziemlich kalt wird haben wir uns dann alle satt und leicht frierend in unsere Schlafsäcke gesteckt!

Tag 2

Bis wir wirklich auf den Rädern sind dauert heute fast bis Mittag! Wir schlafen lange (bis halb 9) und packen zusammen. Dann kommt das normale Ritual: Bäcker fürs Frühstück kaufen suchen, Getränkeund Obst für die Fahrt kaufen und, was neu ist in diesem Urlaub, Corona Teststation suchen! Und da hier, wie gesagt, sehr viele Leute sind, ist das alles auch mit ewigem Anstehen verbunden! 

Bis wir am Ende loskommen vergessen wir auch noch unser übliches Foto zu machen! 
Das Wetter ist heute herrlich! Die Sonne scheint, blauer wolkenloser Himmel und die Kinder sind voller Euphorie, dass auch das Meer über Nacht 5 Grad mehr hat! (Was natürlich völlig unrealistischist, denn in der Nacht muss man sich bis zur Nasenspitze in den Schlafsack stecken, um nicht zu frieren wie ein Schneider, so kalt ist es)

Aber das stört die Kids natürlich nicht ... sie gehen trotzdem Baden!

Auf der Fahrt sehen wir zum ersten Mal, wie es due Erdbeerbauern schaffen, auf ein riesiges Erdbeerfeld Stroh unter die Planzen zu bekommen! Wir fahren durch ein großes Windfeld und genossen einfach die schöne Landschaft hier!
Bis zum Ostseebad Dahme schaffen wir es heute (nur). Die Menschen werden nur bedingt weniger, aber derZeltplatz ist einfach spitze den wir finden! Eigentlich ist ein Zeltwart immer grundgrummelig, wie ich das nenne! Aber hier ist das ganz anders! Wir werden mit großer Freude empfangen, dass wir die ersten sind, die die Zeltsaison eröffnen und er hat einen wirklich sehr großen (1 ha) Platz für uns! Wohnmobile, Dauercamper und Wohnwagen gibt es natürlich zu Hauf hier ... aber eben noch keine Zelter! 

Wir schlagen unser Zelt auf und machen sogar noch ein Lagerfeuer am Abend! Einfach toll! 

Tag 3

Weg von der Küste und mal ein paar Radwege in der Flur testen! In der Hoffnung, etwas weniger Leute zu treffen, verlassen wir die Hotspot-Route. Die Landschaft hier im Norden ist sowahnsinnigschönanzuschauen! Die seichten Hügel, über die sich die Getreidefelder ziehen, die vom Wind gewogen werden, haben etwas sehr beruhigendes und entspannendes an sich! Dazwischen immer wieder diese stattlichen Baumalleen die hier selbst mitten in der Flur vor vielen Jahrzehnten angelegt wurden! Und dann noch die außergewöhnlichen Klinkergebäude, die so herrschaftlich aussehen! Das ist Urlaub fürs Auge und somit auch für Körper und Seele! 
Unser Ziel ist heute Fehmarn! Wir fahren über die Fehmarnsund-Brücke, während links von uns gebaut und rechts von uns die LKWs zweispurig vorbei brausen! Zudem ist der Radweg so eng, dass einer stehen bleiben muss, wenn Gegenverkehr kommt! 
Wir kommen gut rüber und finden auch gleich einen recht schönen Campingplatz am Südstrand! Zelt aufbauen und weiter gehts zur Erkundungsfahrt über die Insel! Immer flach und gerade aus sind wir nach 10 km schon in Puttgarden am Fährhafen! Ein bisschen den großen Schiffen zuschauen finden die Jungs einfach toll, egal ob groß oder klein! 

In Burk finden Wir ne nette Bude fürs Abendessen und dann gehts zurück! Es wird nämlich schnell kalt, sobald die Sonne weg ist und Sonne hatten wir heute mal wieder nicht ganz so viel! Am Campingplatz bin ich total durchgefroren und hoffe auf die wärmende Kraft meines Schlafsacks! 

Tag 4

Wir kommen langsam wieder in unseren Rhythmus! Haben wir in den ersten Tagen nur knapp 50 km geschafft, so waren es gestern am Ende unserer Inselerkundungstour schon 70! Heute haben wir uns auf 90 gesteigert! 

Den Kids hat man weder am einen noch am anderen Tag etwas angemerkt! Sie waren am Ziel immer wild und (fast etwas zu) ausgelassen!
Heute Nacht hat es leider mehrmals geregnet. Aber wir haben mittlerweile sogar eine Lösung gefunden, wie wir es schaffen, das Zelt nicht klitschnass einpacken zu müssen! Gleich nach dem Aufstehen mit einem Mikrofasertuch die Wasserperlen abwischen und dann erst das Zusammenpacken beginnen! Dann trocknet die Sonne alles noch etwas ab! Funktioniert aber natürlich nur, wenn es aufhört zu Regnen!*g*

Fehmarn wieder über die Brücke verlassend ging’s bis Mittag bis Heiligenhafen! Ein so schönes Küstenörtchen und immer finden wir eine nette Bude für unsere Mittagsfischsemmel! Das mussim Nordeneinfach sein!
Am Nachmittag erfahren wir, warum das hier die Holsteinische Schweiz ist! Die Landschaft ist ganz anders, als man sie im Norden erwartet! Es geht ständig hoch und runter! Zwar sind es nur Hügel undkeine Berge, aber es sind hunderte, die wir abfahren müssen! 

Auch verstehe ich jetzt den Bedarf der riesigen Getreidesilos, an denen wir gestern vorbeigekommen sind! Hier gibt es, so weit das Auge reicht, Getreidefelder neben Getreidefelder! Sie werden nur vonkleinen Heckenstruckturen oder Wäldchen unterbrochen!


Bis zu unserem Ziel, nämlich Kiel, müssen wir also doch ganz schön strampeln! 

Aber dort angekommen freuen wir uns auf ein kleines Hotelzimmer, das wir dieses Nacht gebucht haben! Mit der Fähretaxi geht es durch die Kieler Bucht bis zum Stadtzentrum! 

Für die Kids ist der Fahrradurlaub gar nicht so einfach! Sie sind den ganzen Tag unterwegs und jeden Abend an einem anderen Ort! Das verursacht eine gewisse Reizüberflutung und lässt sie am Abendimmer noch mal ganz schön aufdrehen! 

Wir genießen die Zeit aber natürlich trotzdem und machen uns einen schönen Abend am Hafen!

Tag 5

Kiel - Schifffahrt - Strand

Das steht heute an unserem fahrradfreien Tag auf dem Programm! Kiel wirkt irgendwie überschaubar! Nicht so Grossstadtmässig wie Hamburg! Am Boots- und Fährhafen tummeln sich ganz viele kleine Gastronome die bei minimalstem Sonnenschein die süßesten Sitzgelegenheiten mit niedlichen Dekos dazu aufzaubern, so dass man am Liebsten dort schon den halben Tag verweilen möchte! 

Weiter gehts durch die Stadt und mit dem Schiff dann eine Stunde den Fjord entlang bis nach Laboe! Eine kleine aber sehr schön hergerichtete Strandpromenande bietet alles, was die verschiedensten touristischen Herzen begehren, aber natürlich vor allem eine Flut an Strandkörben!

Ich muss zugeben, wir haben ja selbst zu Hause ein Stück vom Rasen ausgestochen, mit feinem Sand befüllt und einen Strandkorb reingestellt! Aber wirklich am Meer war ich noch nie in einem Strandkorb gesessen! Es war also für alle ein sehr schöner Nachmittag am Strand!
Am Abend hat es dann mal drei Stunden konsequent geregnet, da waren wir froh, dass wir diese Nacht noch einmal ins Hotel dürfen!

Morgen geht es dann bei hoffentlich besserem Wetter zurück nach Lübeck! 

Tag 6

Das Wetter hat sich ausgeregnet und wir können am Morgen sogar wieder auf der Aussenterrasse frühstücken!! Allein, dass das Hotel Frühstück anbietet ist zu Corona schon ein Highlight! Und dann auch noch unter freiem Himmel! SUPER!

Heute geht es ja zurück nach Lübeck! Der letzte Tag hat schon begonnen! :-( 

Aber wir genießen ihn noch mal in vollen Zügen!! 
Die Sonne meint es heute noch mal sehr gut mit uns! Wir freuen uns sehr darüber (bis wir am Abend bemerken, dass wir uns nen Sonnenbrand geholt haben)! 

Auch nehmen wir noch mal jeden Hügel dieser „Schweiz“ hier mit (am Ende schimpfen die Jungs ein bisschen ... ) 


In Plön kaufen wir ein paar Souvenirs und machen uns dann voller Erwartung zum See auf ... Leider werden wir enttäuscht! Es gibt keine Promenade, keinen Strand und keine lieblichen Cafés! Vor allem die zwei großen sind traurig, denn ich hatte ihnen versprochen ein Sandspielzeug zu kaufen, weil sie sooo fleißig geradelt sind! Aber kann man nicht mal nen Kaugummi aus nem Automaten rauslassen! 

Somit gehts mit Hintergrundgemotze weiter! Entlang an einem wunderbaren Plöner See, der klar, still und riesig neben uns liegt, ohne irgendwie genutzt zu werden! 

An einer kleinen Stelle, an der das Gestrüpp weg ist, wagen sich die Jungs ins kalte Wasser! Stefan schwimmt sogar eine Runde! 

500 m später müssen wir feststellen, dass es einen menschenleeren Badestrand und doch ein kleines Café gegeben hätte! 
Zurück in Lübeck fährt Leopold 1km vor unserem Auto einen Platten und während wir versuchen den Reifen noch einmal aufzupumpen fällt Ferdinand beim Spielen auf den Teer und Haut sich das Knie auf!! 

Da sind wir nun über 350 km gefahren und auf die letzten Meter passen zwei echt unnötige Missgeschicke! 

Aber wir kommen Ende doch noch gut am Auto und gegen 2 Uhr Nachts dann auch wieder zu Hause an!!